Von der Hanfoase, über den Stecklingsexpress bis hin zum CBD express

Geschäftsführer Helmut Alsch begibt sich auf eine kleine Reise in die Vergangenheit und erzählt uns in diesem Interview mehr über seinen bisherigen Werdegang in der Cannabis-Branche.

Am 19. April 2011 hast du also die Hanfoase gegründet. Wie entstand überhaupt die Idee mit Hanf bzw. Cannabis zu arbeiten? Wie fing das Alles an mit deinem Business?

Von 2007 bis 2011 habe ich zunächst bei Hanf&Hanf eine Weile als Gärtner gearbeitet. Ich habe nach kurzer Zeit schon erkannt, dass ich einen ziemlich grünen Daumen habe und mich die Branche extrem interessiert. Dass schon immer ein Geschäftsmann in mir geschlummert hat, hat glaube ich viel mit meinem Vater zu tun, der sein Leben lang selbständig war. Es war mir dann relativ schnell klar, dass ich auch mein eigenes Ding machen will.
Gleichzeitig war mir aber bewusst, dass ich noch irgendwas brauchte was mich von den anderen Firmen abhebt. Deshalb gründete ich – zusätzlich zur Hanfoase als reinem Head- & Growshop – noch den Stecklingsexpress mit Lieferung und Versand innerhalb Österreichs.

Von da ab kam das Ganze dann langsam ins Rollen. Anfangs habe ich meine Versandboxen sogar noch selbst gebastelt, bis ich eine Firma gefunden habe, die mit mir geeignete Verpackungen hergestellt hat. Heute können wir alle unsere Hanfstecklinge in großen Mengen ausliefern – u.a. auch per Nachtexpress.

Gab es schon Momente, in denen du am liebsten alles hingeschmissen hättest? Wie hast du es geschafft trotzdem am Ball zu bleiben?

Ach, solche Momente gab es immer wieder. Vor allem in dieser Branche braucht man manchmal Nerven aus Stahl – u.a. auch wegen den ganzen rechtlichen Stolpersteinen. Ich brauchte erstmal ca. 5 Jahre bis ich wirklich sagen konnte, dass wir (meine Frau Net und ich) jetzt davon leben können. Wir haben viele Hochs und Tiefs gehabt, und waren öfter kurz davor aufzugeben. Aber zum Glück waren wir dank des Rückhalts meiner tollen Frau stark und hielten durch. Net war in diesen Zeiten ein wahrer Fels in der Brandung, wofür ich natürlich sehr dankbar bin.

Gibt es noch andere Menschen neben deiner Frau, die besonderen Einfluss auf dich und deine Laufbahn hatten bzw. denen du besonders dankbar bist?

Es gibt 3 Menschen die mich immer unterstützt haben und denen ich meinen Dank an dieser Stelle aussprechen will: Drazen und Snezi von Hanf&Hanf, mit denen Alles mehr oder weniger begonnen hat und dann wäre da noch mein ehrenwerter Partner Hannes von Indras Planet mit dem ich im September 2017 dann letztendlich den CBDexpress gegründet habe.
Und natürlich danke ich auch allen unseren tollen Mitarbeitern, die teilweise schon viele Jahre bei uns sind. Ohne die ginge es natürlich auch nicht – ganz klar!

Was waren bisher eure größten Meilensteine bzw. Erfolge?

Neben der Gründung des Stecklingsexpress war natürlich die Kooperation mit Johannes Linsbauer von Indras Planet einer der größten Meilensteine. 2017 haben wir gemeinsam den CBDexpress gegründet, weil wir in CBD Produkten in Zukunft beide großes Potential sehen. Anfangs war der CBDexpress nur ein gewöhnlicher Lieferservice, den ich sogar selbst gefahren bin. Heute haben wir 12 Mitarbeiter, die sich um die ganze Logistik kümmern und wir können uns nun den größten CBD Händler Europas bzw. Großhändler nennen, da wir mit ziemlicher Sicherheit den günstigsten Versand der meisten CBD Produkte bieten können.

Was sind die größten Herausforderungen und Hindernisse, die ihr bisher bewältigen musstet? Welche Skills braucht man deiner Meinung nach in dieser Branche?

Das größte Hindernis ist eigentlich nach wie vor die ganze Legalisierungsproblematik innerhalb der Branche und die ganzen Vorurteile, die noch immer rundum Cannabis existieren bzw. weiter verbreitet werden. Das verhindert natürlich jegliche Forschung und Investitionen in die Zukunft. Wir finden das schade und bemühen uns nach wie vor an allen Ecken und Enden Aufklärungsarbeit zu leisten.

Infolgedessen braucht man in dieser Branche jede Menge Durchsetzungskraft, Geduld, Nerven und einen Anwalt – am besten gleich mehrere! *lacht*

Es werden einem halt ständig unnötig Felsen in den Weg geschmissen. Stichwort Lebensmittelindustrie, Pharmaindustrie und Betäubungsmittelgesetze. Die Mühlen der Justiz, als auch des Fortschritts mahlen wie immer unnötig langsam…

 Was macht euch zu einem guten Arbeitgeber? Was macht euch als Unternehmen und Team einzigartig?

Bei uns sind ganz verschiedene Charakteren, Sprachen und Nationalitäten bunt durchgewürfelt. Sozusagen sind wir ein ziemlich multikultureller Haufen. Alle haben ihre special Skills und ganz eigenen Talente, die sie in unterschiedlichsten Situationen einbringen können. Bei uns muss man nicht alles können, man muss sich nur reinhängen in das, was man am besten kann und das fördern wir auch gerne bei jedem Einzelnen.

Leidenschaft und Freude an der Arbeit vorausgesetzt natürlich. Das sollte im Sinne aller sein. Ich war noch nie ein Freund von Lebensläufen und dem, was auf dem Papier steht. Wenn es passt, dann passt’s. Und mit diesem Konzept sind wir bisher (auch in unseren anderen Firmen) immer gut gefahren. Der beste Ratgeber ist immer noch die eigene Intuition und Menschenkenntnis.

So unterschiedlich wir auch sind, bei uns geht es immer freundschaftlich und respektvoll zu. Bei all der Arbeit kommt natürlich der Spaß und jede Menge Schmäh nicht zu kurz. Herumgeblödelt werden darf immer, solange dann wieder die nötige Disziplin herrscht. Im Prinzip sind wir wie eine große Familie und genau so soll es ja auch sein.

Was kann man in Zukunft noch von euch erwarten? Hast du besondere Ziele?

Mein Ziel ist es für jeden erschwingliche Produkte an den Mann zu bringen, die nachhaltig und von höchster Qualität sind. Ein großes Anliegen ist mir auch die weitere Entwicklung von biologisch abbaubaren Verpackungen, wie wir sie jetzt schon in Form von unseren CBD Dosen ausliefern – diese bestehen z.B. aus Zuckerrohr. Ich werde daher weiterhin Alles daran setzen auch andere Unternehmen davon zu überzeugen, dass der einzige  Weg aus dem ganzen Umwelt-Irrsinn nur mit Hanf funktionieren kann. Das fängt bei der Verpackungsindustrie an und hört bei den Endprodukten aus nachhaltigem Anbau auf.

Mit dem CBDexpress sind wir derzeit dabei unsere eigene OMG Produktreihe weiter auszubauen, die unter anderem aus eigens hergestellten Aroma-Ölen, Terpenen und verschiedenen Hanfblütentees besteht. An CBD Produkten für Tiere arbeiten wir derzeit ebenfalls. Da wird sich in nächster Zeit auch noch einiges tun.

Außerdem hat dm seit kurzem unsere OSIRIS Produkte ins Sortiment aufgenommen. BIPA hat vor kurzem nun auch seine Bestätigung erteilt. Natürlich arbeiten wir weiter dran, dass die Produkte auch in anderen Einzelhandelsketten zukünftig erhältlich sind.

Was ist das Wichtigste, das du bisher aus deiner Tätigkeit als Unternehmer gelernt hast?

Dass ich schön blöd gewesen wäre, hätte ich jemals aufgegeben. Gerade wenn’s schwierig wird, lernt man am meisten und Sicherheit hat man eh in den seltensten Fällen. Oft kommt es einfach nur drauf an ins kalte Wasser zu springen und auszuprobieren. Dann sieht man eh was dabei rauskommt und ob es funktioniert. No risk, no fun! Ganz einfach.

Wenn du den Weg nochmal gehen könntest, würdest du bestimmte Dinge anders machen? Wenn ja, welche?

Wenn ich noch mal von vorne anfangen könnte, würde ich Alles genau so wieder machen. Erfolg ist auch immer Einstellungssache. Es bringt nichts das, was schlecht gelaufen ist immer zu verteufeln. Denn letztendlich sind es neben den positiven Dingen vor allem die negativen, die einem am Ende den Weg ebnen und einen dahin bringen, wo man hingehört. Das weiß ich nun ja aus eigener Erfahrung.

Vielen Dank an Helmut Alsch für das aufschlussreiche Interview und die interessanten Einblicke in eine Zukunftsbranche, die leider immer noch mit zu vielen negativen Meinungen und Vorurteilen behaftet ist.

Wir sind jedenfalls gespannt auf mehr!