In diesem Beitrag erfahrt ihr, was Hanfsamen bzw. Hanfsämlinge genau sind und worauf man beim Kauf achten sollte. Außerdem stellen wir verschiedene Methoden der Keimung vor und was es dabei im Einzelnen zu beachten gibt

Hanfsämling

Was ist der Unterschied zwischen Hanfsamen und Sämlingen?

Wie alle anderen Pflanzen auch, entstehen Hanf- bzw. Cannabispflanzen aus Saatgut – den Hanfsamen also. Diese enthalten das gesamte Erbgut der späteren Pflanze und bieten für die ersten Tage des Wachstums genügend Nährstoffe, sodass bei der Keimung von Hanfsamen außer Wasser erstmal keine zusätzlichen Nahrungsergänzungen erforderlich sind.

Sobald der Hanfsamen durch die Nässe seine Schale aufbricht (also zu keimen beginnt) und die erste Wurzel durch die Keimöffnung dringt, hat man einen sog. Sämling. Sämlinge sind also prinzipiell sehr junge Pflanzen, die direkt in der ersten Generation aus einem Hanfsamen herangewachsen sind. Diese bilden anfangs hauptsächlich erst einmal ihre Wurzeln aus, bis die Grundlage für Stängel und Blätter gelegt ist. Und nicht wundern: Die ersten beiden Keimlingsblätter sehen im Normalfall noch ganz anders aus als die späteren Blattpaare der Hanfpflanze, die dann die gewohnt gezackte Form haben.

Woher bekomme ich die Hanfsamen überhaupt und welche Samen eignen sich am besten?

Eine Möglichkeit ist die Samen aus Blütenständen zu gewinnen. Das ist allerdings nur möglich, wenn die Blüten aus einer Cannabis-Pflanze stammen, die von einer männlichen Pflanze befruchtet wurde. Meistens gelten diese Samen aber eher als minderwertig in der Qualität.

Das richtig gute Marihuana ist für gewöhnlich samenlos und wird mit der sog. Sinsemilla-Methode hergestellt. Sinsemilla bezeichnet in diesem Zusammenhang eine bestimmte Art des Cannabis-Anbaus, bei der die weiblichen Blüten nicht von männlichen Pollen bestäubt und somit auch keine Samen produziert werden. Das Wort stammt aus dem Spanischen und bedeutet sprichwörtlich „ohne Samen“ („sin“ = ohne; „semilla“ = Samen).

Weibliche Hanfpflanzen, die keine Samen produzieren haben Blüten, die größere Buds ausbilden und besonders harzreich sind. Der THC Gehalt ist ebenfalls höher als bei den anderen Pflanzen. Da männliche Cannabis-Pflanzen nur sehr wenig THC liefern, verzichtet man meistens komplett auf diese und verwendet ausschließlich weibliche Mutterpflanzen in Form von Hanfstecklingen (Klone) oder Pflanzen, die aus feminisierten Samen stammen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass mittlerweile viele Hanfsamen aus der Industriehanf-Zucht stammen und sich die späteren Hanfpflanzen nicht für medizinische Zwecke eignen. Auch psychotrope Inhaltsstoffe wie THC sind kaum bis gar nicht enthalten – auf einen Rausch hofft man hier also vergeblich.

Damit man am Ende das bekommt, was man sich von seinen zukünftigen Hanfpflanzen erwartet, sollte man sich also beim Kauf von Hanfsamen auf professionelle Samenbanken und Growshops konzentrieren. In unserem Shop findet ihr ebenfalls nur Samen aus den hochwertigsten Samenbanken. Bei unserer Samen-Auswahl setzen wir selbstverständlich auf eine exorbitante Samenqualität (und damit eine hohe Keimrate), sowie auf hohe Beliebtheitsgrade innerhalb unserer Grow-Community.

Falls ihr euch nicht sicher seid, für welche Art von Samen ihr euch am besten entscheiden sollt, könnt ihr natürlich jederzeit bei uns im Shop vorbeikommen oder unser Team auf Instagram oder per Kontaktformular anschreiben.

Hier findet ihr unser Hanfsamen-Sortiment.

Hanfsamen keimen lassen – 5 Methoden

Substrat_Keimung Hanfsamen

Um Cannabis-Samen zum keimen zu bringen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die jeweils gewisse Vor- und Nachteile haben. Welche Methode man bevorzugt und ob Hanfsamen überhaupt keimen, hängt natürlich immer vom persönlichen Geschmack, der Pflege sowie von der Beschaffenheit, Art und Qualität der Samen selber ab.

Als Medium bzw. Substrat für den Keimungsprozess kommen mehrere Substanzen infrage, solange die wichtigsten Faktoren zur Keimung (d.h. Feuchtigkeit und Temperatur) erfüllt werden. Von Würfeln und Keilen aus Steinwolle, bis hin zu Anzuchterde, Torfpellets bzw. „Jiffy’s“ sollten alle Medien zum gewünschten Erfolg führen. Wir stellen euch hier ein paar Methoden vor:

Methode 1: Keimung in Wasser

Bei der Wasserkeimung lässt man die Cannabis-Samen einfach ca. 24 Stunden in Wasser einweichen. Danach beginnt im Normalfall schon der Keimungsprozess. Wichtig ist nur, dass die Samen nicht zu viel an Wasser absorbieren – länger als eine Woche sollten diese deshalb nicht im Wasser liegen.

Für das Einweichen reicht normales Leitungswasser mit Zimmertemperatur (20-25°C) ohne zusätzliche Nährstoffe vollkommen aus. Auch wenn die Hanfsamen anfangs noch nicht aufgebrochen sind, beginnen diese normalerweise nach 24 Stunden zu keimen. Insgesamt ist das Keimen von Hanfsamen in Wasser also ein schnellerer Prozess als das direkte Einpflanzen in ein Medium.

Methode 2: Vorkeimen in feuchten Tüchern oder Wattepads

Wattepads zur Keimung von Hanfsamen

Neben der Wasserkeimung ist auch das Keimen zwischen feuchten Papiertüchern eine sehr zuverlässige und kontrollierbare Variante. Bevor man die Hanfsämlinge in ein Anzuchtmedium gibt, werden die Samen vorher bei Zimmertemperatur zwischen 2 feuchte Küchenücher oder Wattepads gelegt und dort zum Keimen gebracht.

Natürlich ist dabei größere Aufmerksamkeit geboten, da man die Tücher konstant feucht halten muss. Es empfiehlt sich daher die Tücher mit den Samen zwischen zwei Tellern zu platzieren. So verhindert man ein zu schnelles Austrocknen und sorgt außerdem für die nötige Dunkelheit. Danach sollte man die Tücher bzw. die Pads ca. alle 6 Stunden mit einer Sprühflasche neu anfeuchten.

Nach 1-3 Tagen sollte schon ein Wurzeltrieb aus der Schale herausragen. Ab da kann man den Sämling dann in Anzuchterde, einen Torfballen oder ein anderes Grow-Medium der Wahl geben.

Bei den ersten beiden Methoden ist auf jeden Fall Vorsicht beim Verpflanzen in ein Medium geboten, da es dabei zu einer Schädigung der Sämlingswurzel kommen kann, die äußerst empfindlich ist!

Methode 3: Keimung im Torfquelltopf

Torfquelltöpf und Torfkeil als Substrat zur Keimung von Hanfsamen

Torfballen werden in Form von gepressten Torfpellets aus komprimiertem Torf verkauft und müssen vor Verwendung zuerst im Wasser aufquellen. Die Pellets werden oft in einer Art Netzbeutel hergestellt. Sobald sie sich mit Wasser vollgesaugt haben, dehnen sie sich zu richtigen Ballen aus und verwandeln sich in eine Art Behälter, der durch das Netz zusammengehalten wird – daher auch Torfquelltopf. Mit einem pH-Wert von 5,5 und dem EC Wert 625 ppm sind Torfpellets eine ideale Lösung zur Keimung eurer Hanfsamen. Alternativ können auch schon vorgefertigte Torfwürfel und kleine Keile für die Anfangszeit gekauft werden, die ihre Form nicht mehr großartig verändern.

Die vollgesaugten Torfballen könnt ihr dann in ein Mini-Gewächshaus oder an einen anderen warmen und hellen Ort stellen. Den Hanfsamen solltet ihr mit der spitzen Seiten nach unten gerichtet in das Loch auf der Oberseite des Torfballens stecken – allerdings nicht tiefer als 1 cm. Somit wird der Samen perfekt von allen Seiten vom feuchten Torfballen umschlossen. Sorgt außerdem dafür, dass der Torfballen immer feucht ist und die Temperatur am gewählten Ort zwischen 20 und 25°C liegt.

Sobald der Keimling erste Blätter bekommt, braucht dieser dann genügend Licht (ca. 14-18 Stunden am Tag). Nach 1-2- Wochen wird aus dem Keimling dann eine kleine Pflanze und sollte schon 2-3 Blattpaare ausgebildet haben. Auch die Wurzeln sollten da bereits deutlich sichtbar sein und aus dem Netz des Torfballens hinausragen. Das ist dann der perfekte Zeitpunkt die Hanfpflanze mitsamt Torfballen und Netz in einen größeren Topf einzupflanzen.

Methode 4: Feuchte Anzuchterde

 könnenDiese Variante gilt als etwas unsicher im Vergleich zu den anderen Methoden, da die Keimrate allgemein geringer ist. Bei qualitativ hochwertigen Samen und der richtigen Vorgehensweise allerdings, kann auch die Keimung in der Erde erfolgsversprechend sein. Dazu steckt ihr eure Hanfsamen einfach 1 cm tief in eine geeignete Aufzuchterde und drückt diese danach leicht fest. Wichtig ist, dass ihr die Erde nicht komplett durchnässt, sondern immer nur leicht feucht haltet. Bei optimaler Feuchtigkeit keimen die Samen in einem Zeitraum von 1-7 Tagen.

Ihr solltet auch darauf achten, dass ihr beim Einpflanzen mehrerer Cannabis-Samen immer mindestens 10 cm Abstand zwischen den Samen haltet. So können sich die Wurzeln der Hanfsämlinge ungehemmt ausbreiten und verwachsen nicht miteinander. Beim späteren Umtopfen tut ihr euch damit einen großen Gefallen und die jungen Pflanzen werden nicht beschädigt.

Welche Erde ist die richtige? Am besten ihr verwendet eine extra Sämlingserde oder eine nur leicht gedüngte Blumenerde, da die Samen sehr empfindlich auf eine Überdosis von Nährstoffen reagieren können. Der pH-Wert des Mediums sollte bei ca. 6 liegen.

Methode 5: Keimung in Steinwolle

Steinwollwürfel und kleiner Keil als Substrat zur Keimung von Hanfsamen

Zunächst einmal: Was ist Steinwolle? Steinwolle ist eine Mineralwolle und besteht aus Materialien wie Kalkstein, Basalt, sowie Vulkangestein. Gerade Letzteres ist der Grund, weshalb Steinwolle eine besonders gute Grundlage für die Keimung und das weitere Wachstum von Hanfsamen ist. Man kann die Steinwolle in unterschiedlichen Formen kaufen – es gibt sie in Platten, Stöpseln, Blöcken oder Würfeln.

Da Steinwolle nicht alle erforderlichen Nährstoffe wie Erde bietet, müsst ihr hier ein bisschen mit Dünger nachhelfen. Der EC Wert sollte bei ca. 600 ppm liegen.

Zudem ist der pH-Wert von Steinwolle mit 7,0 für die Keimung von Hanfsamen zu hoch. Diesen könnt ihr leicht senken, indem ihr eure Steinwollwürfel mal einen ganzen Tag in Wasser liegen lasst – danach habt ihr einen optimalen Wert von 5,5. Für mehr Kontrolle und Genauigkeit beim Keimungsprozess ist auf jeden Fall ein pH- und EC-Messgerät zu empfehlen.

Warum ihr euch den Stress mit Steinwolle überhaupt antun sollt? Weil es schonender ist und die Keimrate eurer Hanfsamen somit höher sein kann. Im Gegensatz zu Erde kann Steinwolle beim Einpflanzen keine schädliche Wirkung auf die Wurzeln eurer Hanfsämlinge haben.

Fazit

Welche Keimungsmethode jetzt die Beste ist, kann pauschal nicht gesagt werden. Es hängt viel mit den äußeren Umständen und den Gegebenheiten vor Ort ab. Ob man Indoor- oder Outdoor-Growing betreibt kann auch einen Unterschied machen – allerdings empfiehlt es sich generell den Keimungsprozess eher im Innenbereich durchzuführen. So hat man eine bessere Kontrolle über wichtige Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichtverhältnisse.
Manche Grower schwören auf eine reine Wasserkeimung, andere wiederum setzen ihre Samen direkt zu Beginn in ein Medium ein, um die Sämlinge später nicht durch ein erneutes Umtopfen zu gefährden. Letztendlich ist es auch einfach eine Geschmackfrage.

Falls ihr gerne mehr über das Herstellen eurer (ersten) Cannabis-Pflänzchen erfahren möchtet oder noch andere Fragen zu dem Thema habt, meldet euch einfach bei unserem Team in der Hanfoase. Wir helfen euch gerne weiter! smile