Was sind Cannabis-Stecklinge und Klone überhaupt? Worauf kommt es beim Klonen von Cannabis-Pflanzen an und was sind die häufigsten Stolperfallen bzw. die Vor- und Nachteile beim selber ziehen? All das erfahrt ihr in dieser Anleitung:

Cannabis- oder Hanfstecklinge sind im Prinzip reine Klone einer Mutterpflanze. Diese werden hergestellt, indem man Triebe der Mutterpflanze abschneidet und neu einpflanzt. Unter guten Voraussetzungen schlagen die Triebe schnell neue Wurzeln und entwickeln sich zum perfekten Doppelgänger der Mutter mit genau demselben Genotyp. Kurz gesagt: Klonen ist nicht anderes als das Kopieren und eine asexuelle Vermehrung von Weed.

Wurzelbildung eines jungen Cannabis-Stecklings

Wichtig ist, sich gleich zu Beginn eine gute Pflanze für das Zuschneiden auszusuchen, da die Cannabis-Klone später über dasselbe Erbgut, dieselbe Qualität, und sonstige Merkmale wie die Mutterpflanze verfügen. Ist die Spenderpflanze allerdings bereits anfällig für Schädlinge, Krankheiten oder Schimmel, kann man das Klonen eigentlich schon vergessen. Hat man eine geeignete Mutterpflanze ausgesucht, muss man diese einfach nur dauerhaft in der vegetativen Wachstumsphase halten. So kann der Phänotyp immer wieder aufs Neue geklont werden.

Ganz so einfach wie es oft klingt ist das Zuschneiden und Anzüchten von Hanfstecklingen jedenfalls nicht. Es gibt viele verschiedene Dinge zu beachten, die man erst mit der nötigen Routine und Übung beherrscht.

Hanfstecklinge herstellen – eine grobe Anleitung:

Das Allerwichtigste ist wirklich IMMER: Hygiene! Wenn das Umfeld mit Schmutz, Staub und Bakterien behaftet ist, sind das definitiv keine guten Voraussetzungen für eure Stecklingsanzucht. Auch eure Utensilien sollten sauber sein und schon bereit liegen. Bevor ihr also mit dem Zuschneiden loslegt, solltet ihr folgende Dinge zur Hand haben:

    • Handschuhe
    • Ein sauberes, scharfes Rasier- oder Teppichmesser
      (Gartenschere empfehlen wir nicht, da es zu Quetschungen der Stängel und somit zum Absterben der Klone kommen kann)
    • Becher mit frischem, lauwarmen Wasser

Dann kann es auch schon losgehen. Zunächst einmal solltet ihr die eurer Meinung nach leistungsstärkste Pflanze zum Beschneiden auswählen. Man will ja gleich zu Beginn das Meiste herausholen. Die erwünschten Attribute liegen auf der Hand: Ein kräftiges Wachstum, frühe Blüte, eine hohe Potenz sowie Produktivität.

Danach sucht ihr euch einen gesunden, jungen Zweig mit genügend Knoten (Ansatzstellen der Blätter) aus und schneidet den Zweig ca. zwischen dem dritten und vierten Knotenpunkt (von oben nach unten gezählt) ab. Allgemein empfohlen wird eine Länge der Triebe von 8 bis 12 Zentimetern, da alles darüber zu belastend für die noch wurzellose Pflanze ist. Außerdem passt der Klon später dann auch besser in eine Anzuchtbox.

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WICHTIG:

Schneidet den Trieb auf jeden Fall SCHRÄG ab (45 Grad Winkel), nicht gerade. So stellt ihr sicher, dass die Pflanze mehr Raum für ihre Wurzelbildung und Nährstoffaufnahme hat.

Frische Cannabis-Klone mit beschnittenen Blättern

Die Basis für euren neuen Hanfsteckling habt ihr damit gelegt. Was nun?

Schneidet jetzt noch alle überflüssigen Seitenäste von eurem Ableger ab und lasst nur die oberen Blätter stehen. Diese schneidet ihr dann zur Hälfte ab, da der frische Steckling in den ersten Tagen kein Wasser aufnehmen kann und die beschnittenen Blätter eine Ausstoßung von Wasser aus der Pflanze verhindern. Jetzt könnt ihr euren neuen Stecki vorübergehend in den Wasserbecher geben. Das ist wichtig, damit das hydraulische System des Hanfstecklings keine Luft ansaugt, denn das kann die Zeit zur Wurzelbildung um ein Vielfaches erhöhen.

Den Prozess des Klonens von Cannabis-Pflanzen und wir ihr die perfekten Hanfstecklinge herstellt bzw. richtig zuschneidet, zeigen wir euch in unserem YouTube-Video „Stecklinge schneiden“. Schaut mal rein:

Neue Hanfstecklinge richtig einsetzen

Für das erfolgreiche Einsetzen eurer Stecklinge braucht ihr folgendes Equipment, was ihr natürlich auch in unserem Growshop findet:

Damit eure frischen Steckis schnell groß und stark werden, solltet ihr die Erde gut befeuchten, aber nicht komplett durchnässen, sodass genug Sauerstoff in der Erde bleibt. Je nach pH-Wert eures Leitungswassers solltet ihr einen pH-Minderer verwenden. Damit ist gewährleistet, dass eure Stecklinge die Nährstoffe in der perfekten Balance aufnehmen können. Ein pH-Wert ausbalanciertes Growmedium ist unerlässlich. Der ideale pH-Wert kann mit geeigneten pH-Wert Messgeräten ermittelt werden und liegt durchschnittlich zwischen 5,5 und 6,5.

Falls ihr ein Klon-Gel verwendet, solltet ihr den Hanftrieb mit der Schnittstelle ca. ein bis zwei Zentimeter tief in das Gel eintauchen und ein paar Sekunden drin lassen. Der Steckling sollte mindestens soweit im Boden stecken, wie das Gel bzw. das Pulver aufgetragen wurde. Danach den Steckling umgehend in das vorbereitete, feuchte Anzuchtmedium geben. Ein Klon-Gel hat den Vorteil, dass die Wurzelbildung rascher vonstatten geht und der Klon die kritische Zeit mit höherer Wahrscheinlichkeit überlebt.
Als Growmedium eignen sich Torfquelltöpfe, Steinwollwürfel oder Aufzuchterde in Stecklingsbehältern. Stellt sicher, dass der Steckling tief und fest genug in der Erde steckt indem ihr die feuchte Erde leicht andrückt.

Ihr seid euch noch nicht ganz sicher, wie ihr eure frisch geschnittenen Hanfstecklinge am besten einpflanzen sollt? In diesen beiden YouTube Video-Tutorials zeigen wir euch wie’s geht.

Im ersten Video setzen wir die jungen Cannabis-Klone in kleine Substrat-Würfel ein und im zweiten topfen wir die Cannabis-Pflanzen dann in größere Würfel um.

Ihr habt trotzdem noch Fragen zur Stecklingsproduktion? Kein Problem! Meldet euch einfach bei uns. Wir helfen euch gerne weiter! smilecool

Auf die richtigen Dosierungen und die optimale Anwendung von Düngern bzw. sonstigen Nährlösungen gehen wir in einem anderen Beitrag näher ein. Falls ihr schnelle Infos dazu braucht: Ruft uns einfach an oder schreibt uns gerne eine Nachricht!

Fazit: Vor- und Nachteile der Stecklingsherstellung

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Klonen und die Anzucht von Cannabis-Stecklingen ein sehr aufwendiges Projekt ist, das zudem viel Präzision, Zeit und Geduld erfordert. Viele von euch werden sich fragen: Lohnt sich das Alles überhaupt? Wie in vielen anderen Gebieten, gibt es da nur eine Antwort: JEIN!

→ Viele Grower schwören auf das selbstständige Ziehen von Stecklingen, weil…

  1. der Prozess der Keimung von Hanfsamen oft in die Hose geht und noch mehr Aufwand bedeutet. Mit Hanfstecklingen spart man sich da einiges an Zeit und Arbeit (Keimungszeit, sensible Keimlingsphase, etc.)
  2. man einfach weiß, was man hat: Die Stecklinge haben aufgrund des gleichen Genotyps dieselben Eigenschaften, die die Mutterpflanze hat. Folglich kann man sich auch einem ähnlich hohen Ertrag bei den Ablegern sicher sein. Bei einer Wiederauskeimung mit Hanfsamen ist das nicht so
  3. die reine Herstellung von Stecklingen relativ kostengünstig ist.

Die größte Stolperfalle beim Klonen von Stecklingen: Die Auswahl der Mutterpflanzen. Viele noch unerfahrene Grower verlassen sich bei der Qualität der gekauften Muttis mehr auf Glück als auf Wissen. Der Anbau einer hochwertigen  Cannabispflanze ist schwieriger als man denkt. Auch das Erscheinungsbild (Phänotyp) hängt mit viel mehr Faktoren zusammen als nur mit der ‚Genetik von Mama‘. Daher sollte man sich generell zuerst von erfahrenen Züchtern helfen und beraten lassen.

Andere sparen sich all das und kaufen sich lieber gleich fertige Stecklinge. Im Optimal-Fall natürlich bei uns im Shop sealedwink
Falls ihr noch Fragen rundum das Thema Hanfstecklinge habt, meldet euch einfach bei uns. Unsere Mitarbeiter in der Hanfoase helfen euch jederzeit gerne weiter!